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Schenken, schenken, schenken. In alle Richtungen.

„Geben ist seliger denn nehmen“, so sagt der Priestermund. Oder Volksmund. Seh ich im Grunde auch so. Wenn aber aus dem Geben eine Alibihandlung wird um nur ja niemandem auf die Zehen zu steigen, dann ist mir das zu viel des Guten.

Good old times

Verkehrte Welt

Ok, zu abstrakt. Der Hintergrund: Mausezahn wird demnächst ihren Geburtstag feiern.  Großeltern und Freunde werden ihr zu Ehren Party machen. Mit Kerzen, Torte, Kindersekt (ritueller Drogenmissbrauch will kultiviert sein) und allem PiPaPo. Das obligate -beim Geburtstagskind sehr beliebte-  „Happy Bördi to juuuuuu“ wird geträllert. Alles inklusive. Und -natürlich- Geschenke! Neben den Gästen der Bringer einer solchen Party. Die Geschenke! Fragt mal eure kleinen Prinzessinnen und Prinzen worauf sie sich beim Geburtstag am meisten freuen? 😉 Das wär’s dann eigentlich schon mit Zutaten für die Party. Der Rest passiert von selbst. Gewusel, Kindergerschrei, Lachen, Tränen. Daheim ist das so. Im Kindergarten auch. Fast.

Neuerdings alles anders

Göttergattin ruft mich mitten in den Vorbereitungen zur Party abgehetzt an. Notruf. „Wir brauchen noch Geschenke für die Kindergartenparty!“. Erstaunt antworte ich: „Nein, mein Schatz. Du verwechselst in der Hitze des Gefechtes etwas: Mausezahn HAT Geburtstag. SIE wird beschenkt“. „Nein, jetzt bist DU am Holzweg“, entgegnet sie. „Alle Kinder bekommen Geschenke von Mausezahn! Das macht man heut so ….“ Ich hör schon nicht mehr zu. Ich werde ein paar Pixiebüchlein besorgen. Freudlos.

Geiz ist nicht geil. Ich schenke gern. Mausezahn möchte ich diese Freude daran auch mit auf ihren Weg geben. Aber in diesem Fall geht mir der Konsumwahnsinn dann doch einen Tick zu weit.

Wozu diese Umkehrung?

Ist es den Kindern nicht (mehr) zuzumuten(?) das Geburtstagskind im Mittelpunkt stehen zu lassen? Es mit Freude zu beschenken ohne den Hintergedanken  zu hegen: „Juhu, ich krieg auch was“. Versteht mich nicht falsch, die Überlegung gilt allgemein für jedes Kind der Gruppe. Aufgefallen ist mir der Unsinn erst jetzt.

Sind das Zeichen der Zeit?  Ist der materielle Zugang zu Festen dermaßen ausgeprägt? Seh ich das zu eng? Klärt mich auf!

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Gottfried


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4 Comments

marko

2012-01-11 15:12:02 Antworten

Ich geb dir recht. Man sollte an diesem Tag auch das Geburtstagskind im Mittelpunkt stehen lassen. Finde es aber auch nicht schlecht, wenn die anderen Kids eine Kleinigkeit mich nach Hause bekommen. Deshalb lautet die Lösung: das Gastgeber-Geschenk am Ende aushändigen. Oder darf man das auch nicht!?

Gottfried Hufnagel

2012-01-11 15:27:50 Antworten

Freilich darf man 😉 Es wird mittlerweile (zumindest in unserem Kindergarten) erwartet. Vielleicht ist es auch die Konvention, die so wenig Spielraum offen lässt, die mich ärgert.

Ivy

2012-01-11 18:36:51 Antworten

Also ich habe ja jetzt schon mehrere Kindergeburtstage hinter mir und kann dazu nur eines sagen: als ich meinen ersten Kindergeburtstag veranstaltet habe bzw. im Kindergarten hatte, habe ich mir das Gleiche gedacht. Mittlerweile weiß ich, dass es den Kindern wirklich Spaß macht, wenn alle was vom Geburtstag haben. Sprich: Kinder denken nicht so wie wir Erwachsene. Sie müssen ja auch kein Geld dafür ausgeben 😉 Ihnen macht es Spaß, wenn sie andere an ihrer Freude und ihrem Ehrentag teilhaben lassen können. Und dazu gehören eben kleine Geschenke. Ich hab auch immer mühevoll kleine Packerl gemacht. Aber es ist nur ein Mal im Jahr und ich finde das jetzt nicht soooo schlimm.

Gottfried Hufnagel

2012-01-13 12:09:44 Antworten

Hm. Gute Idee, das Thema mit Mausezahns Augen zu sehen!

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