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Der erste Urlaub mit Kind – die Urlaubsgedanken

Das erste Mal allein: nur sie und ich.

Die Fahrt gen Westen war lang, und spätestens ab Innsbruck zu lange. Dennoch zu schaffen, mit UNO, Benjamin-Blümchen-Kassetten und, ja, ich gebe zu: Einem kleinen Filmerlebnis auf Papas Laptop.

Dinos ziehen immer, und somit ging es in ein Land vor unserer Zeit; genauer gesagt befanden wir uns „Auf der Suche nach dem Beerental“. Zumindest für eine gute halbe Stunde – so lange hielt der Akku. Und so wenig hielt die Versprechung der ÖBB, dass es in den Waggons ausreichend Steckdosen gebe. (Vielleicht bezieht sich das aber auch nur auf die 29-Euro-Sparschiene nach Venedig, die bei näherer Betrachtung auch nur wenig mit einer Zugfahrt zu tun hat.) Wie auch immer: Das Kind hat’s verschmerzt und sich mit dem Filmende zwei Tage vertrösten lassen.

Ab dem Arlberg hellte sich Papas kurzzeitig abgedunkelte Stimmung wieder auf. Bludenz gab den Anstoß zum schnellen Zusammensuchen aller Spielsachen, und kurz vor dem Ausstieg in Feldkirch durfte noch einmal die Frage aller Fragen gestellt werden: „Wann sind wir endlich daa-aa?“ (Klang zu diesem Zeitpunkt definitiv angenehmer als in St. Pölten.)

Was soll ich sagen? Göfis, gleich über Feldkirch, ist ein schönes Örtchen; „Luftkurort“ anno 1982 sogar. Wald und Wiesen, Blümchen und Bienchen; Blasmusik und Kirchenorgel; Oma, Opa, Uroma und eine Menge Onkel und Tanten. Kinder gibt’s auch, aber die halten sich eher versteckt, zumindest unter der Woche. Ein feiner Platz zum Leben, den ich dennoch seit gut elf Jahren hinter mir gelassen habe, um jedes Mal aufs Neue (inzwischen etwa im Jahrestakt) über die räumlichen und vor allem baulichen Veränderungen zu staunen.

Das Programm für fünf Tage in Vorarlberg war ambitioniert. Zugesagt waren:

  • Pony schauen (und vielleich t reiten) – getan!
  • Wölfe beobachten (im Wildpark) – leider ins Wasser gefallen.
  • Ein Besuch bei den Rittern (Schattenburg) – geschafft!
  • Spielplatz sowieso, Schwimmbad leider kältebedingt ausgelassen – aber da ist man in Wien ohnehin besser bedient.
  • Ein Treffen mit den Ländle-Cousins, die gerade 1 bzw. fast 3 sind: Schön, aber anstrengend für alle Erziehungsberechtigten – immerhin müssen erst die Vorrechte bei der gemeinsamen Oma neu ausverhandelt werden; aber auch das haben wir geschafft.

Über all dem schwebt jedoch die tägliche Angst der überstürzten Abreise, verschärft durch die dringlichen Worte nach der ersten Nacht ohne Mama: „Wann fahren wir wieder heim?“ Was also tun, überlegt man darauf, wenn das Kind vor lauter Heimweh zu zerfließen droht? Vielleicht darum auch die sicher etwas zu häufig gestellten Fragen: Gefällt’s dir hier? Hast du Spaß? Was möchtest du morgen machen? Hast du eh kein Heimweh? – Umso überraschender und wohltuender die freiwillig und vollkommen spontan geäußerte Bemerkung beim gemeinsamen Ketchup-und-Pommes-und-Schnitzel-Futtern (Reihenfolge laut kindlichem Wertekatalog): „Papi, ich finde den Urlaub mit dir richtig schön.“

(Übrigens, auch ein Zeitvertreib: Das Kind entscheiden lassen, was da – siehe Bild – durch die Feldkircher Marktgasse huscht. „Ein Bär, ein Bär!!!“ – Eh klar. Logo.)

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(mad)

Bernhard Madlener, Jahrgang 1979, wurde kurz vor seinem 28. Geburtstag durch die Vaterschaft geadelt. Geboren im Ländle, seit 2004 freiwillig eingebürgerter Wiener mit Hang zum Meidlinger Dialekt. Mehr über (mad) gibt's hier.

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2 Comments

digiom (Jana Herwig)

2011-06-27 14:40:03 Antworten

den bären kenn ich – der liegt immer vor dem taschengeschäft in der fußgängerzone in feldkirch…

(mad)

2011-06-27 20:20:46 Antworten

oh, eine kennerin :-) genau gesagt liegt er meist vor dem café feurstein (dem dann wohl ein taschengeschäft gegenüber liegt?), gemeinsam mit seinem rot-braunen brüderlein! seit mindestens 15 jahren…

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