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Sport mit Kindern – oder die atemlose Ultimatemom

Außer Atem war Jean-Paul Belmondo, atemlos Richard Gere, aber beide japsten nie so nach Lauft wie die Ultimatemom. Diese bildete sich ein, dem vier Jahre gewordenen Töchterlein alle Sportarten im Winterhalbjahr nahezubringen. Schwimmen konnte sie schon, doch es fehlten die österreichischen Kulturtechniken Eislaufen und Skifahren sowie natürlich das Rad.

Kapitel 1: Eislaufen

Juhu, frohlockt die Ultimatemom, der Kindergarten schickt die Midis (das sind die Vor-Vorschüler) mittwochs zum Eislaufverein. Oje, stöhnt die Ultimatemom, der Kindergarten ersucht dringend um Elternunterstützung. Mit meinem Dienstbeginn um 12 fehlt natürlich jede Ausrede, fernzubleiben. Eislaufschuh im Second-Hand-Laden erstanden, Skihelm detto, eigenes Equiment entschimmelt, es kann losgehen. Bei 16 angemeldeten Kindern schnürt und schnallt jede Begleitperson gefühlte 12 Eislaufschuhe, hebt 50 gestürzte Eisprinzessinnen und -prinzen auf und verliert drei Liter Wasser mitten im Minus-15-Februar. Leider gibt es zu wenige Rutsch-Pinguine (siehe Bild) für die Myriaden von Wiener Kindergarteneislaufkindern beim WEV.

Der Erfolg dennoch: Das eigene Kind kann es jetzt mindestens am zweitbesten. Allein aufstehen und eine Runde sturzfrei war die Benchmark – geschafft.

Kapitel 2: Skifahren

Eine Pistenwoche hatte das Kind vom letzten Jahr in den Beinchen, ein paar Bogerl gelingen, die schwarze Piste ist also noch tabu. Doch heuer sollte mehr Punch dahinter. Eine Woche mit Freunden, vier Paare plus sechs Kinder (übrigens dieselbe Runde wie vom letzten Sommer in -> Venedig), die Skischule ließ schon Lehrerinnen aus Holland einfliegen. Damit das Kind schon vor dem ersten Vorfahren den Schnee wieder kennenlernt, geht es einen Tag auf den Unterberg, mit Skiern aus dem – erraten – Second-Hand-Laden. Doch es  klappt nicht so wie letztes Jahr. Die Erklärung kommt im Skikurs, eine Woche später: Die Skier sind viel zu lang, wir borgen eilig passende aus.

Ultimatemom-Tipp 1: Skier für Kinder sind kurz. Und wenn sie dir zu kurz erscheinen, nimm die kürzeren.

Hier lernte Michael Walchhofer, bevor die Skischule Weltmeisterskischule Walchhofer hieß. Hier lernen seither Generationen von Stadtkindern, wie man Weltmeister wird. Und tatsächlich: Am ersten Nachmittag verschwanden die Kleinen vom Zauberteppich in die Berggondel und bogerlten und pflügten (Pflug heißt zwar jetzt Pizza, weil die Ski ein Pizza-Eck bilden, aber Hauptsache, man entschleunigt).

 

Tochter fährt am letzten Tag schon hinter Papa, Silbermedaille als Draufgabe beim Super-G-ähnlichen Abschlussrennen, die Ostalpen sind erobert. Blaue Piste ab Bergstation war die Benchmark – geschafft. Wo war da jetzt die Atemlosigkeit der Ultimatemom? Die kommt jetzt:

Kapitel 3: Radfahren

Wann kauft man ein Kinderrad? Jedenfalls nicht an einem Frühlingssamstag vor der Karwoche beim Intersport. Diesen Tipp bitte beherzigen, außer, Sie wollen im ersten  Stock über den Haufen gefahren werden. Uns half die genaue Info vorab, es musste nur noch probegesessen und die Sattelhöhe fixiert werden. Lift, Kassa, nach lächerlichen 70 Minuten war das noch unsperrige Radchen im Kofferraum und sogleich auf dem Weg in den Park. Dort beginnt das Vergnügen. Für das Kind. Die Ultimatemom hechelt hinterher, denn:

Ultimatemom-Tipp 2: Laufrad vor Fahrrad erspart Stützrad.

Das Hecheln rührt aus dem geich zu Beginn beherzten Tempo. Mit dem Treten geht’s auch, obwohl Tochter fast nie Dreirad üben wollte. Per Hand bremsen, klingeln und ohne großes Wackeln steuern, gelingt auch sehr bald. 50 Meter allein ohne Sturzbremsung war die Benchmark – geschafft.

 

Im Juni gehen wir paragleiten.

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