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manduca KindertrageItalien, dritter Tag unseres Urlaubs, Montag 7 Uhr Früh. Die Kleine ist wach und braucht Unterhaltung. Die Göttergattin, noch benommen von ihrem nächtlichen Einsatz, mag nicht. Also übernehme ich. Nach einer halben Stunde Spielen und Klamauk sind Klara und ich gelangweilt. Also entschließe ich mich das Nützliche mit dem längst überfälligen zu kombinieren und starte meinen manduca-Babytrage-7-Tages-Hardcore-Test.

Zeit für einen Ausritt

Mühsam versuche ich die Kleine und mich urlaubsgerecht zu stylen, breche aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit den Versuch aber bald ab und ziehe ihr und mir einfach das erstbeste Gewand an. (Meine persönliche Stylingexpertin wird etwas später in schlaftrunkenem Zustand von meiner Auswahl für Klara begeistert sein. Mein eigenes Outfit wird sie sicherheitshalber übersehen.)
Ich entschließe mich zu einem relativ kurzen Spaziergang zum nahe gelegenen Supermarkt und wieder zurück – dort müsste ich sowieso hin um Gebäck fürs Frühstück zu besorgen.

Tag 1:
Wir haben es in einem Stück aus der Apartment-Tür geschafft. Klara sitzt vergnügt in ihrem olivefarbenen Manduca und schaut mich mit großen Augen an. Sobald wir das Haus verlassen ist es aber mit der Papa-Anbetung zu Ende und sie betrachtet interessiert die, mit rund einem Km/h, „vorbeiziehende“ Landschaft. Im Supermarkt gibt es für uns abseits der Weckerl auch “große Augen” – wir werden von den Verkäuferinnen und den Supermarktbesuchern wie zwei Außerirdische (einer davon ultrasüß) angeschaut. Dadurch sind wir aber in der Lage unsere fehlenden Italienischkenntnisse zu überspielen und die gewünschten Weckerl mit Handzeichen zu bestellen.

Tag 2:
Ich werde mutiger und beschließe einen größeren Spaziergang zum Bäcker im Ort. Im Gegensatz zu Tag 1 habe ich mich herausgeputzt. Meine braun-grünen Sandalen und das schwarze Hemd harmonieren perfekt. Klara hat eine grüne Schirmkappe mit Nackenschutz auf, der die Passanten an ihre Zeit bei der Fremdenlegion zu erinnern scheint. Jedenfalls winken uns viele von ihnen zum Gruß und bleiben zum Teil stehen um uns zu bewundern. Ich werde später feststellen, dass es längst nicht üblich ist, dass Väter ihre Kinder mit irgendeiner Art von Tragebehelf durch die Gegend tragen.

Tag 3 und 4:
Mittlerweile sind wir in der Früh zwischen 40 und 50 Minuten unterwegs. Kaum kontrollierbare Gefühlsausbrüche wildfremder Menschen auf offener Straße gehören mittlerweile zu unseren ständigen Begleitern. Zumeist sind es Damen im mittleren und etwas fortgeschrittenen Alter, welche die Kombination großer Mann mit Kleinkind in der Trage “bellissima” finden. Mittlerweile habe ich auch ziemlichen Gefallen an unseren morgendlichen Ausflügen gefunden. Durch die Stadt zum Bäcker. Über den Strand wieder zurück zum Apartment.

Tag 5:
Mich packt der Übermut. Ich will testen, wie lange ich die Kleine in der manduca tragen kann. Nach einer Stunde 20 Minuten bin ich wieder an meinen Ausgangsort zurückgekehrt. Ich fühle mich erschöpft und brauche Hilfe beim Abschnallen der Kindertrage, da ich mich anfangs kaum bücken kann. Ich mache eine gedankliche Notiz, dass ich doch mehr für meine Rückenmuskulatur tun sollte – Qigong oder so.
Der Hersteller der Trage gibt an, dass sie für Babys und Kleinkinder mit einem Gewicht zwischen 3,5 und 20 Kilo verwendet werden kann. In dem Augenblick kann ich mir aber nicht vorstellen, warum jemand sein Kind mit 20 Kilogramm noch gerne auf diese Art tragen möchte.

Tag 6 und 7:
Da die Rückenschmerzen wieder nachgelassen haben, entscheide ich mich die täglichen Spaziergänge fortzusetzen. Klara ist auch dafür. Das kleine Society-Baby scheint die neidigen Blicke der anderen Kinder zu genießen. Außerdem befinden wir uns am Strand in bester Gesellschaft mit den schwerst motivierten Joggern, übereifrigen Sonnenanbetern und Jungmüttern, die mit ihren Kids die ersten Runden drehen.

Braucht man die manduca-Kindertrage?

manduca kindertrage von vorneEindeutige Antwort: Ja! Es ist zwar echt kein männliches Attribut mit einem Vorderbau um die Körpermitte herumzulaufen, außer es handelt sich um den – allerdings weniger beliebten – Gössermuskel. Wer aber relativ flott und unkompliziert mit Kind voran kommen möchte, wird um ein solches Tragebehelf nicht herum kommen.
Nach einem langzeit- und dem geschilderten Urlaubstest haben sich die folgenden Eigenschaften der manduca als besonders positiv herausgestellt:
– Qualitativ hochfertige Gestaltung und ein durchdachtes System
– Einfaches Handling
– Kann mit kleinen Adaptionen von unterschiedlichen Trägern genutzt werden.
– Wächst mit dem Kind mit
– Gutes-Preis-Leistungs-Verhältnis

Da jedes Produkt irgendwann an seine Grenzen stößt, gibt es auch hier (einige wenige) Optimierungsvorschläge:
– Für sehr große Menschen nur bedingt nutzbar (voraussichtlich ab über 2m Körpergröße).
– Sieht für eine Kindertrage recht gut aus, macht aber aufgrund der Polsterung das Tragen von Sakkos oder Jacken darüber fast unmöglich.
– Die eingenähte Tasche ist zwar grundsätzlich groß genug um darin Schlüssel, Geld und Handy zu verstauen. Da sie aber offen ist, ist nicht sicher gestellt, dass die genannten Dinge nicht herausfallen. Da könnten ein Zipper oder zusätzliche Taschen im Hüftgurt helfen.

Verwendet ihr Kindertragen? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

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Marko

Gründervater bei ultimatemoms.at
Marko Zlousic ist der Gründer von ultimatemoms.at und nicht mehr ganz so frisch gebackener Vater der kleinen Klara. Er lebt und arbeitet in seiner zweiten Heimat Wien und versucht in seiner neuesten Rolle alles richtig zu machen…

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5 Comments

Nadine Tatto

2011-09-05 11:27:54 Antworten

Zudem glaub ich, dass Kinder die schon an die 20 kg heran reichen lieber selber laufen/gehen….

marko

2011-09-05 13:53:15 Antworten

könnte sein 😉 aber theoretisch könnte man sie tragen.

Mara

2011-09-14 16:37:56 Antworten

Oja die Manduca ist toll – ich hatte bei meinem großen Sohn noch ein Tragetuch, bei der kleinen Maus jetzt nutze ich aber täglich „die Duca“ – mittlerweile wiegt sie zwar bereits 10kg aber ich trage sie immer noch gern & häufig durch die Gegend.
Kinderwagen haben wir dank der Manduca übrigens nie gebraucht und somit einiges an Geld gespart 😉

Laura

2011-09-14 17:34:04 Antworten

Kleiner Tipp: Schwere Kinder trägt man dann auf dem Rücken, nicht mehr vor dem Bauch. Das mögen die so ab 6 Monaten sowieso lieber und besser für deinen Rücken ist es dann auch :-)

marko

2011-09-15 15:46:15 Antworten

@Mara: Das kann ich mir gut vorstellen!
@Laura: Danke für den Tipp! Das habe ich mir schon gedacht. So weit sind wir aber noch nicht. Jetzt arbeiten wir mal an der Hüft-Trage-Technik 😉

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