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In letzter Zeit häufen sich bei uns die Begegnungen mit (zum Teil wildfremden) Menschen, die nach einer einsekündigen Beobachtungsphase über unser Kind besser bescheid wissen als wir. Vor lauter Sorge um das Wohlergehen der Kleinen drängen sie sich auf und setzen, in oberlehrerhafter Manier, eine der folgenden Meldungen ab, um sich dann eilenden Schrittes von uns zu entfernen:

Er / sie hat Hunger.

Er / sie will schlafen.

Uuuui, da drückt was!

An dieser Stelle möchte ich all diesen Menschen danken. Ohne ihre Hilfe würden wir es nicht schaffen. Die pointierte Kraft ihrer Aussagen hilft uns Probleme, von denen wir nichtmal gewusst haben, dass sie existieren, zu lösen. Danke.

Wo ist sie, die gute alte Zeit?

Zugegeben, da ich weniger oft mit der Kleinen unterwegs bin (schließlich muss ich ja arbeiten) bekomme ich die Sorge der Menschheit um unser Wohlergehen relativ selten direkt mit. So entging mir auch dieses Schmankerl, das vor wenigen Wochen in unserem Wohnhaus stattfand:
Auf ihrem Weg nach Draussen traf meine Frau einen älteren Herren, den wir nur flüchtig kennen, im Stiegenhaus. Dieser erkundigte sich, wie es denn dem Buben gehe (zu dem Zeitpunkt war Klara, zur Demonstration ihres mädchenhaften Charmes, von Kopf bis Fuß in rosa gekleidet) und ob meine Frau „brav zwei Jahre zuhause“ bleibe. Die Entgegnung, dass Klara ein Mädchen ist überhörte er. (Wohl aus Schock, da das erstgeborene Kind nicht männlich ist.) Umso mehr erstaunte ihn aber die einjährige Karenzzeit meiner Frau.

Nachdem sein Weltbild gehörig ins Wanken geraten worden war versuchte er zu retten, was noch zu retten war: „Und Ihr Mann, der geht normal arbeiten!?“, wollte er wissen. Die Mitteilung, dass auch ich in Karenz gehen möchte, entlockte ihm ein mitfühlendes „Ihr Mann… der Arme!“ und veranlasste ihn, mit ungläubig schüttelnden Kopf, weiter zu ziehen.

 

Wie sieht es bei euch aus: habt ihr auch schon Begegnungen dieser Art gehabt? Was waren die besten Empfehlungen, die euch gegeben wurden?

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Marko

Gründervater bei ultimatemoms.at
Marko Zlousic ist der Gründer von ultimatemoms.at und nicht mehr ganz so frisch gebackener Vater der kleinen Klara. Er lebt und arbeitet in seiner zweiten Heimat Wien und versucht in seiner neuesten Rolle alles richtig zu machen…

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7 Comments

Ivy

2011-07-25 11:42:19 Antworten

Nachdem ich selber eigentlich nie richtig in Karenz war (hab nebenbei Vollzeit studiert usw. Ja, ich bin eine schlimme Rabenmutter!!), habe ich sowas trotzdem gottseidank nie erleben müssen. Aber dieses „Sie hat Hunger“ oder „Sie will schlafen“ hört man ständig. Und glaube mir: es hört nie auf. Meine ist jetzt 5 und kann ihre Bedürfnisse in normalem Deutsch äußern. Die Leute bücken sich dann zu ihr runter und sagen: „Jaaa, da ist ja jemand müde“ worauf ich immer entgegne: „Wenn dem so wäre, würde sie mir das sagen. Sie kann schließlich sprechen.“. LG, Iwona

linzerschnitte

2011-07-25 12:28:16 Antworten

Nachdem ich keine Kinder habe, krieg ich oft zu hören, dass ich „da nicht mitreden kann, weil du ja keine hast.“ Demnach gibt es zwei Arten von Menschen: solche, die keine Kinder haben und nicht mitreden dürfen – und solche, die Kinder haben und mitreden dürfen:))

marko

2011-07-25 12:59:23 Antworten

@Ivy: Wie konntest du nur!? Studieren und Kind haben gleichzeiteig… 😉
Ich bin ja gespannt, wie sich die Leute verhalten werden, wenn ich mit der Kleinen allein unterwegs bin. Könnte mir vorstellen, dass sie sich noch mehr einmischen als bei Frauen mit Kind…
Möglicher Gedankengang: „Ist ja schräg: ein Mann allein unterwegs mit Kind. Was tut der da? Der kennt sich sicher nicht aus. Der braucht unbedingt meine Hilfe.“

marko

2011-07-25 13:18:33 Antworten

@linzerschnitte:
Die sind ja fies, dass sie dich nicht mitreden lassen. 😉 Verstehe ich aber nicht ganz.

Ich habe ja nicht grundsätzlich etwas dagegen, dass jemand seine Tipps abgibt. (Auch nicht bei Menschen, die ich nicht kenne.) Schließlich kann man ja immer etwas dazu lernen. Nur gehört zu so einem „Gespräch“ auch eine Begrüßung, Erklärung/Begründung, Verabschiedung…

Zugegeben, es gibt auch Menschen, die echt herzig sind – sie reden ganz normal, erkundigen sich, geben ihre Empfehlungen ab, erzählen, was ihnen zugestoßen ist oder was sie in ihrem Umfeld erlebt haben.

linzerschnitte

2011-07-25 13:22:01 Antworten

naja, dann lass uns einen grundkonsens finden: wenn mehr leute öfter die klappe halten würden, wäre die welt ein besserer ort:)

marko

2011-07-25 13:26:35 Antworten

Word! 😉

Gold Matt

2011-08-04 12:08:50 Antworten

der folgende dialog wiederholt sich fast täglich auf den strassen unseren kleinen ortschaft und ist dann auch oft mit entsprechenden kommentaren versehen:

„na die ist aber süss. wie heisst du denn?“

„emilia“ sag ich dann, weil das kurze „elia“ aus dem mund meiner tochter kaum zu verstehen ist 😉

„schön. ist der papa in urlaub?“

„nein, der papa ist 3 monate in karenz und geht erst im oktober wieder arbeiten.“

„und was macht die mama???????????“ – fragender blick inklusive

„die mama ist in der arbeit und verdient das geld.“

„na super!!!!!!!“ der blick wird noch mitleidiger, aber am unterton ist folgendes zu verstehen:

der faule sack macht 3 monate urlaub und schickt seine arme frau arbeiten, die auf ihr kind verzichten muss und dann später müssen andere die fehler der väterlichen erziehung ausbaden….

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