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Eltern sind eigentlich ziemliche Egoisten!

Kennt ihr das nicht auch? Wenn man die Großeltern in ihrer Funktion in Aktion sieht fühlt man sich richtig veräppelt. Zuerst wird einem prä partus (vor der Geburt – für Angeber) erklärt was man denn alles in der Kindererziehung nicht machen darf.  Also: nie Süßigkeiten; ja nicht versuchen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen; die Wahl lassen beim Essen; „Was auf den Tisch kommt wird auch gegessen.“; „Bevor du das nicht gegessen hast gibt es nichts Anderes.“.
Präventiv wird man schon eingehend davor gewarnt das erste Kind ja nicht zu sehr zu verwöhnen, da dies nicht wieder gut zu machende Folgen in der späteren Entwicklung haben kann. Siehe Mittermeiers AK-Kinder.

Jetzt die große Überraschung: Kaum ist der kleine Spross auf der Welt, und die Großeltern endlich davon überzeugt, dass ihre Kinder doch noch mal was Gescheites zusammenbringen können, ist alles vergessen. Beziehungsweise nicht unbedingt vergessen, aber zumindest wird es nur mehr einseitig wahr genommen. Sprich, wenn die Großeltern die oben angeführten Sünden begehen, dann ist das in Ordnung und wenn man von kleinen Problemchen von zu Hause erzählt dann hat man das Kind wohl eben zu sehr verwöhnt.

Von elterlichen Fehlern und Kindheitserinnerungen

Irgendwann findet man sich mit dieser Tatsache ab und ignoriert solche großelterlichen Kommentare einfach mit einem Ja-du-hast-eh-Recht-Kopfnicken. Man kann sich dann bei manchen Verwöhnattacken des Enkels des Eindrucks nicht erwehren, dass dies der Versuch ist, eigene vermeintliche Erziehungsmissstände zu korrigieren. So wird also versucht, wie in der Kirche beim Obolus, sich von eigenen, vermeintlich eventuell bei seinen Kindern begangenen Erziehungsfehlern freizukaufen.

Das ist ja alles in Ordnung und gut so. Doch neulich habe ich mich dabei erwischt wie ich selbst in diese Verwöhnfalle getappt bin. Wobei es in diesem Fall natürlich kein freikaufen von vermeintlichen Erziehungsfehlern sein kann. Nein, es ist etwas ganz anderes. Es ist das Nachkaufen von „versäumten“ Kindheitserinnerungen. Dinge die man, wie man noch selber Kind war, so cool gefunden hat,  dass man sie jetzt unbedingt seinem Kind angedeihen lassen muss. Dinge die es jetzt wohl mindestens genau so cool finden muss und mit denen es man fast zuschütten kann. Extrem wird’s dann wenn es sich dabei um Dinge handelt die man nicht leicht bekommt – zum Beispiel die gute alte Erdbeermilch.

Die gibt es leider hier im Ösi-Land im normalen Lebensmittelhandel nicht. Wie gut, dass Amazon und die Freunde aus dem Nord-Westen nun auch Lebensmitteln über die Grenze verchecken… 😉
Das führte neulich jedenfalls dazu, dass wir nun zu Hause nicht nur EINE Packung Erdbeermilch haben sonder 20 Erbeer-, 20 Himmbeer- und 20 Bananenmilch-Packungen bunkern. (Ihr kennt das ja mit dem Versandkostenfrei und so.) Das dürfte wohl für die nächsten Jahre reichen. Und man macht das ja alles nur fürs Kind 😉 oder?

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Ralf

Der Meditations-Dad
Ralf ruht in seiner (spirituellen) Mitte - jedenfalls mehr als alle anderen Moms und jedenfalls nur so lange, bis er auf den nächsten Wahnsinn drauf kommt, den die Gesellschaft unseren Kids antut. Dann ist es nämlich vorbei mit dem inneren und äußeren Frieden.

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